Alte Solaranlagen -was geschieht damit?

Alte Solaranlagen – Was geschieht damit?

Die Zukunft für viele Solaranlagen ist ungewiss.

So berichtet der Schwarzwälder Bote in einem Leitartikel am 17.8.2020.

Danach erhielten die Betreiber einen Einspeisepreis von bis zu 50 ct/kWh, wenn sie vor 20 Jahren eine Solaranlage erstellt hatten.

Diese Verträge laufen in den nächsten 5 Jahren aus.

Immerhin betrifft das in diesem Zeitraum fast 30.000 Photovoltaikanlagen, fast 10 % aller 328.000 Anlagen, die es 2018 im Südwesten gab.

Die Einspeisevergütung bis 10 kWp fiel von 2016 mit 12,31 ct/kWh aktuell in 2020 auf 8,9 ct/kWh.

Die Betreiber der alten Anlagen haben die Investition schon längst amortisiert und im Nachhinein betrachtet ein gutes Geschäft gemacht.

Doch welche Möglichkeiten haben sie nach Auslaufen des Vertrages und der Förderung?

Da ist nichts geregelt, weder vom Gesetzgeber noch von den Energieversorgern.

Das Fraunhofer ISE zeigt in einem Artikel am 6.August 2019 mehrere Möglichkeiten für die Besitzer der alten Solaranlagen auf, die der SchwaBo in seinem Artikel noch präzisiert:

  • Umbau der alten Anlagen auf eigene Stromnutzung. Doch da braucht man einen Speicher, die teuer sind. Da ist nach einer Berechnung des Solarenergie-Fördervereines Deutschland im März 2020 nicht wirtschaftlich.
  • Abschluss eines neuen Vertrages mit einem Energieunternehmen, die Einspeisevergütung liegt dann aber nur noch zwischen 2 – 6 ct an der Strombörse.

Dazu braucht man aber ein neues Messsystem wegen der fälligen EEG-Umlage.

Mit Sicherheit legt der Betreiber dann drauf.

  • Verpachtung der alten Anlage an einen Dritten, der den Strom nutzt und /oder direkt vermarktet.
  • Rückbau der alten Anlage.

Das Problem ist seit längerer Zeit bekannt, keiner tut was.

Angeblich beschäftigen sich jetzt Energieunternehmen wie die EnBW damit, jedoch ohne Unterstützung der politischen Entscheidungsgremien läuft nichts.

Beim Bundeswirtschaftsministerium ist das Thema aber bereits angekommen.

Eine EEG-Novelle sei in Arbeit, ein Referentenentwurf werde nach der Sommerpause vorgelegt.

Wir von den Freien Wählern der Landesvereinigung Baden-Württemberg fordern:

  • Die Substanz der 30.000 alten Photovoltaikanlagen durch Ignoranz und Nichtstun nicht wegbrechen lassen.
  • Eine Einspeisevergütung von 10 ct/KWh. Ohne Erhebung der EEG-Umlage!
  • Konzeption für die Einbindung und Weiterführung dieser Altanlagen in den Baden-Württembergischen Energiehaushalt.

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