Corona – Todesrate in Pflegeheimen

Corona – Hohe Todesrate in Pflegeheimen in BW

Ein Skandal ersten Ranges stellt die hohe Sterberate in Senioren-Einrichtungen in BW dar. Die Heime entpuppen sich seit langer Zeit als Todesfalle mit Ankündigung. Von Beginn an haben Epidemiologen und Mediziner gewarnt, dass man die betagten Heimbewohner besonders vor Covid-Infektionen schützen muss. Dennoch grassiert der Tod bisher vorwiegend dort, obwohl seit langem bekannt ist, dass etwa 90 Prozent der infolge Covid-19 verstorbenen Menschen in Deutschland 70 Jahr und älter sind.

Wie erst kürzlich bekannt wurde, kommen fast 40 Prozent der Corona-Toten in Baden-Württemberg aus den Heimen. Das ist besonders erschreckend, wenn man bedenkt, dass nur 20 % der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen betreut werden – 80 % werden von ihren Familien betreut.
Zwar ist die Anzahl der Todesfälle in baden-württembergischen Alten- und Pflegeheimen, die an oder mit Covid-19 verstorben sind, teilweise etwas niedriger als in anderen Bundesländern, aber dennoch viel zu hoch. Nach einer von der Opposition beantragten Sondersitzung des Landtags in Stuttgart seien laut Sozialminister Lucha (Grüne) in Baden-Württemberg 2846 Menschen bei Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen verstorben. Insgesamt seien bislang (Stand: 10.02.2021) 7566 Menschen im Land an oder mit Covid-19 gestorben.
Sozialminister Lucha (Grüne) sieht jedoch in dieser dramatischen Entwicklung keine Versäumnisse der grün-schwarzen Regierung in Baden-Württemberg. Eine solche Einschätzung seitens des verantwortlichen Ministers ist geradezu zynisch und unmenschlich. Mit der Opposition kann in jedem Fall die Einschätzung geteilt werden, dass das Krisenmanagement des grünen Sozialministers Lucha hierbei viel zu sorglos ist und wie bei so Vielem in der Pandemie versagt hat.

Seit langer Zeit ist bekannt, dass das Virus vor allem gerade in Heimen bei vulnerablen Gruppen erbarmungslos zuschlägt, wenn Schutzkonzepte fehlen oder teilweise schlecht umgesetzt werden. Diese besonders gefährdete Gruppe hätte nach nunmehr einem Jahr Corona von Anfang an besonders geschützt werden müssen und nicht – wie geschehen – auf den Zwangsstillstand ganzer Branchen mit erheblichen negativen wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Folgen zu setzen. Es geht auch anders, das beweisen Städte, wie Tübingen. Es stellt sich schon die Frage, weshalb eine grün-schwarze Regierung nicht die vorbildliche Vorgehensweise in Tübingen (grüner Oberbürgermeister) in dieser Frage kopiert und für das ganze Land zur Umsetzung angeordnet hat. In Form von Schnelltests für Mitarbeiter und Besucher sind die Instrumente hierfür längst vorhanden. Sie werden jedoch zum Großteil auch in Baden-Württemberg nicht genügend umgesetzt.

Das „tatenlose Sterbenlassen“ besonders gefährdeter Gruppen in einem reichen Bundesland, wie Baden-Württemberg, ist ein Skandal und missachtet nicht zuletzt die Würde der alten Menschen. Gerade diese Personengruppe hat nämlich am Aufbau und Wohlstand dieses Landes nach dem 2. Weltkrieg unter großen Entbehrungen maßgeblich mitgewirkt.

Wir Freien Wähler fordern, dass die besonders gefährdete Gruppe der Heimbewohner in Corona-Zeiten in Zukunft nach vorgeschriebenen Hygienekonzepten endlich wesentlich besser geschützt werden muss. Dies wird seit langer Zeit in Tübingen mit großem Erfolg praktiziert. Zu oft wurde nur geredet, aber nicht konsequent geschützt. Denn auch die pflegebedürftigen und behinderten alten Menschen haben gerade in Zeiten der Pandemie auch einen Anspruch auf Würde.

Beitrag von Ruth Hochweber und Bernd Klühe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.