Corona-Zuschüsse: den Letzten beißen die Hunde

22. März 2020
Schnellere Sofort-Hilfe gefordert für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen, die keine Kredit bekommen
von Cornelia Siegmann

Salon Erika, der nette Italiener von nebenan, der Zeitschriftenhändler und der Physiotherapeut stehen vor einem Scherbenhaufen. Über Nacht bricht für sie ihre Existenz weg. Aus die Maus, Schluss aus und vorbei. Eine schnelle staatliche Sofort-Hilfe kann Existenzen retten.

Die Bürger nahmen die Dienstleistungen wie selbstverständlich regelmäßig in Anspruch. Doch jetzt lässt Corona die Dienstleister alleine vor dem Abgrund ihrer Existenz zurück.
Jetzt ist unbürokratische Hilfe gefordert. Und zwar schnell.

Wir appellieren eindrücklich an die Regierungsverantwortlichen ihren Regierungsauftrag schnell wahrzunehmen.
Damit die Agenturen für Arbeit, die Finanzämter und die Banken die Chance haben, die vielen Anträge auch zeitnah durchzuwinken.
Es bestehen berechtigen Befürchtungen der Antragsteller, dass Wartezeiten von bis 4 Wochen und mehr ‚normal‘ sein werden. Doch dann ist es für viele Selbständige zu spät.

Unser Appell ist laut und eindeutig.
Wenn wir nach Corona (die alte Zeitrechnung vor /nach Christus wird ersetzt durch vor/nach Corona) unser gewohntes Leben aufnehmen und in den Salon Erika und zum Italiener von nebenan gehen wollen, dann ist eine unbürokratische Soforthilfe notwendig. Denn sonst wird es diese sozial wichtigen Dienstleister nach der Krise definitiv nicht mehr geben.

Deshalb müssen alle staatlichen Institutionen egal welcher Couleur zusammenarbeiten. Sie müssen für die gebeutelten Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmer noch im Monat März 2020 ein Rettungspaket auf den Weg bringen. Die Anträge müssen einfach sein. Nicht, dass sich die Hilfesuchenden schon beim Ausfüllen von 1000 Blättern im Dschungel verirren und nichts bekommen, weil sie sich nicht zurechtfinden.
Asche auf unser Haupt: Bayern hat es uns bereits letzte Woche vorgemacht, wie es geht.

Klar Ansagen:

  1. Einrichtung von Hilfe-Stellen: Wo wenden sich die Hilfesuchenden in ihrem Gebiet hin?
  2. Der Antrag muss einfach sein und darf maximal 2 DINA 4 – Seiten umfassen.
  3. Hilfestellungen beim Formulieren des Antrags.
  4. Schnelle Bearbeitung des Antrags und zwar innerhalb von 8 Tagen.
  5. Schnelle Auszahlungen der Beträge und zwar innerhalb von 8 Tagen: Durch dieses Grundeinkommen müssen die anfallenden Kosten im Monat April 2020 gedeckt sein.

Und das ist an Entlastung für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen möglich, die keinen Kredit bekommen

  1. Sofort bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit anmelden.
  2. Beim Finanzamt Kürzung der Vorauszahlungen und/oder Steuerstundung beantragen
  3. Die Landesregierung will bis Ende 13.KW Anträge für Zuschüsse für kleine Unternehmen bis 5 Mitarbeiter bis 10.000 € und bis 10 Mitarbeiter 15.000 € bis zu 3 Monaten ausarbeiten.
  4. Zitat BamS 22.3.2020: wer dringend Geld braucht, für den gibt es den Notfonds für Kleinstfirmen bis 10 Mitarbeiter und Solo-Selbständige. Bis Montag werden die letzten Details verhandelt. Die Betroffenen sollen sich an die jeweilige Landesförderbank oder die Hausbank(muss noch geregelt werden) wenden. Dort listen sie ihre monatlichen Betriebskosten auf und was sie an Zuschuss brauchen. Dieses Geld (aktuell wird über eine Spanne von 2500 € bis 4000 € diskutiert) wird dem Unternehmer dann direkt auf sein Konto überwiesen- als Geschenk vom Staat.

Unternehmer müssen es lediglich in ihrer Jahresbilanz als Einnahme verbuchen.

Und bei Gewinn versteuern. Zitat Ende

  1. Eine gute Anlauf- und Auskunftstelle sind die IHK´s, die auch eine Hotline aufgestellt haben.

Und das ist an Entlastung für Selbstständige möglich, die Kredite bekommen

1. Für Unternehmen, die noch keine 5 Jahre bestehen:
KfW-Unternehmer- wie auch ERP-Gründerkredite sind über Banken und Sparkassen bei der KfW zu beantragen. Informationen dazu gibt es auf der Webseite der KfW und bei allen Banken und Sparkassen. Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet: 0800 539 9001.

  • ERP-Gründerkredit Startgeld – Betriebsmittelförderung
    Die Zielgruppe sind kleine gewerbliche Unternehmen und Freiberufler bis zu 50 Beschäftigte und Jahresumsatz bzw. Jahresbilanzsumme von max. 10 Mio. Euro, die noch keine 5 Jahre bestehen.
    Höchstbetrag beträgt maximal 30.000 Euro für Betriebsmittel
    Laufzeit beträgt maximal 10 Jahre mit zwei Tilgungsfreijahren
    Sicherheiten: Bankübliche Besicherung bei 80 Prozent Haftungsfreistellung für Hausbank
  • ERP-Gründerkredit Universell (Betriebsmittel)
    Die Zielgruppe sind gewerbliche mittelständische Unternehmen und Freiberufler, die noch keine 5 Jahre bestehen und deren maximaler Gruppenumsatz 500 Millionen Euro nicht übersteigt.
    Höchstbetrag beträgt 25 Millionen Euro
    Variante a)
    Laufzeit beträgt maximal 2 Jahre (endfällig)
    Sicherheiten: Betriebsmittelkredit ist banküblich zu besichern (50 prozentige Haftungsfreistellung für Hausbank möglich)
    Variante b):
    Laufzeit beträgt maximal 5 Jahre und ein Tilgungsfreijahr
    Sicherheiten: Betriebsmittelkredit ist banküblich zu besichern

2. Für Unternehmen, die seit mehr als 5 Jahren am Markt bestehen:
KfW-Unternehmer- wie auch ERP-Gründerkredite sind über Banken und Sparkassen bei der KfW zu beantragen. Informationen dazu gibt es auf der Webseite der KfW und bei allen Banken und Sparkassen. Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet: 0800 539 9001.

  • KfW-Unternehmerkredit (Betriebsmittelfinanzierung)
    Die Zielgruppe sind gewerbliche mittelständische Unternehmen und Freiberufler, die mindestens seit fünf Jahren am Markt sind und deren maximaler Gruppenumsatz 500 Mio. Euro nicht übersteigt
    Höchstbetrag beträgt 25 Millionen Euro beziehungsweise 5 Millionen Euro bei Haftungsfreistellung
    Laufzeit:
    a) bis zu 2 Jahren (endfällig) ausschließlich für kleine und mittlere Unternehmen (max. 250 Mitarbeiter, max. Jahresumsatz 50 Mio. Euro, max. Jahresbilanzsumme von 43 Mio. Euro)
    Höchstbetrag: 5 Millionen Euro
    50 prozentige Haftungsfreistellung für Hausbank möglich
    b) bis zu 5 Jahren bei einem Tilgungsfreijahr
    Sicherheiten: Betriebsmittelkredit ist banküblich zu besichern beziehungsweise Haftungsfreistellung bei Variante a) möglich

Die Hausbanken können bei Bedarf auch auf das Bürgschaftsinstrumentarium zurückgreifen. Es darf sich nicht um Sanierungsfälle oder Unternehmen in Schwierigkeiten handeln.

  • Landesförderinstitute
    Neben den Angeboten der ERP und der KfW gibt es auch zahlreiche Förderinstitute der einzelnen Länder, die zinsgünstige Betriebsmittelfinanzierungen anbieten. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums.
  • Bürgschaften
    Für Unternehmen, die ökonomisch gesund sind, können Bürgschaften für Betriebsmittelkredite angeboten werden. Diese werden bis zu einer Höhe von 1,25 Millionen Euro durch die Bürgschaftsbanken bearbeitet. Bei höheren Beträgen sind die Länder und deren Förderinstitute zuständig. Ab einem Bürgschaftsbetrag von 20 Millionen Euro beteiligt sich der Bund in den strukturschwachen Regionen am Bürgschaftsobligo im Verhältnis fünfzig zu fünfzig. Da Bürgschaften maximal 80 Prozent des Kreditrisikos abdecken können, muss die jeweilige Hausbank mindestens 20 Prozent Eigenobligo leisten.

Wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das sich nach den Rettungs- und Umstrukturierungsleitlinien der EU-Kommission in Schwierigkeiten befindet, muss der Einzelfall in der Regel notifiziert und von der Kommission bewilligt werden. Das gilt für große Unternehmen in jedem Fall. Einzelne Länder stellen auch genehmigte Programme für Rettungs- und Umstrukturierungsbeihilfen an KMU zur Verfügung, in diesen Fällen ist eine einzelne Notifizierung nicht notwendig.

Eine Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben kann schnell und kostenfrei auch über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken gestellt werden.

Ein Start-up Unternehmen macht es vor
Schon seit Anfang des Jahres arbeiteten die Macher eines Start-Up Unternehmers an einer Liefersoftware. Genau diese Woche wurde sie fertig und ist bereits im Einsatz.
Das Besondere ist, dass die Entwickler die Software zum Selbstkostenpreis von € 25,00 monatlich an alle Firmen zu Verfügung stellt, die nun ihre Waren nicht mehr öffentlich verkaufen dürfen.

-Keine versteckten Kosten

-Einfach Handhabung

-Die Lieferanten entscheiden vollkommen selbstständig, wie die Waren an den Verbraucher kommen.

-Das Angebot der Programmierer von € 25,00 besteht 6 Monate lang.

Die Autorin betreut die Geschäftsführer im Rahmen eines Unternehmenscoachings.

Deshalb unser klarer Appell und als Freie Wähler fordern wir:

Wenn wir jetzt nicht ganz, ganz schnell handeln, dann schrumpft die Anzahl der Selbständigen erheblich.
Dienstleistungsengpässe werden an der Tagesordnung sein.
Deshalb ist schnelles Handeln angesagt, denn sonst räumen wir den Markt der Zukunft leer und sind danach nur mit dem Wiederaufbau beschäftigt.

Stellen Sie die Sofort-Hilfe zur Erhalt des Bestehenden der kleinen und mittleren Unternehmen unmittelbar zur Verfügung.
Dann können wir in der Zukunft noch auf das aufbauen, was wir alle über viele Jahre erarbeitet haben. Das ist allemal sozial verträglicher und dazu auch noch billiger. Und nur so wird es in der Zukunft weiter weitergehen können.