Nationale Wasserstoffstrategie – das nationale Armutszeugnis schlechthin

FREIE WÄHLER Vereinigung BW Höflestr. 3 78713 Schramberg

Nationale Wasserstoffstrategie:

Das Armutszeugnis schlechthin

Datum 08.09.2020

Eine Strategie beschreibt einen „Fahrplan“ vom aktuellen Zustand in die geplante Zukunft: was muss getan werden, damit das Ziel erreicht wird. Die Nationale Wasserstoffstrategie dagegen ist weniger als ein Feigenblatt, weniger als ein Tautropfen auf einem heißen Stein. Und das wird auf bunten 32 Seiten kaschiert. Peinlicher geht es kaum noch.

Zur den Fakten:

  • 2015 lag der Bedarf bei rund 57 TWh bzw. 57.000 GWh. Knapp 90% davon wurde verbraucht für die Herstellung von Ammoniak und Methanol bzw. die Entschwefelung von Mineralölprodukten (Quelle: iwd)
  • Die Bundesregierung schätzt den zukünftigen Bedarf auf „zwischen 90 – 110 TWh“ bis 2030, davon sollen rund 80 TWh in die oben erwähnten Bereiche fließen.
  • Diese Annahme ist sehr weit entfernt von der Einschätzung der Industrie, die bereits 2030 einen Bedarf von 334 TWh sieht, der sich bis 2050 noch auf 643 TWh annähernd verdoppeln wird (Quelle iwd).
  • Dafür sollen bis 2030 lächerliche 5GWh-Produktionsanlagen (= 0,005 TWh) gebaut werden, bis 2040 „nach Möglichkeit weitere 5 GW“ (Seite 7 letzter Absatz).

Wie kann man nur derart daneben liegen ?

Ausbau der Wasserstofftechnik von 0,03 Promille des Bedarfs

Die Bundesregierung plant also einen lächerlichen Ausbau von 0,03 Promille des Bedarfes und will dafür auch noch 20 Jahre brauchen. Was soll daran Strategie sein? Das ist Aussitzen pur. Solch einen Mini-Unterschied kann ja nicht einmal ein Alkoholtester finden.

Nach der vollmundigen Ankündigung von Minister Altmaier „Ich arbeite dafür, dass Deutschland bei den Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt wird“, hätten wir alle wohl mehr erwartet.

Im Strategieentwurf hatte es Ende Januar noch geheißen: „Deutschland wird einen Großteil des künftigen Bedarfs an CO2-freiem, bzw. CO2-neutralem Wasserstoff importieren müssen“. Davon ist nun keine Rede mehr. Nun heißt es: „Auch über den europäischen Binnenmarkt hinaus wird der Import erneuerbarer Energien mittel- und langfristig für Deutschland notwendig

Einfach blamabel. Bislang haben wir Rohöl gekauft, nun halt Wasserstoff. Klar sollen die zukünftigen Lieferländer zu „grüner Wasserstoffproduktion“ aus erneuerbarer Energie angehalten werden. Die Wahrheit ist aber, dass der meiste Wasserstoff weltweit fossil erzeugt wird. Und wenn wir wegschauen, bleibt es auch so.

Die Freien Wähler fordern

  • Klares Bekenntnis zu Wasserstoff, gerne in „grün“ und bis dahin müssen wir Vorlieb nehmen mit dem, was wir haben oder bekommen
  • Klares Bekenntnis zur Umwandlung regenerativer Energien in Wasserstoff und der darauf folgenden weiteren Förderung dieser regenerativen Energien.
  • Wasserstoff als Antrieb von Autos und Blockheizkraftwerken (BHKW’s) fördern. Wir können nicht weiter „Energiewende“ rufen und „Import“ meinen.

Holger Krah

Ein Kommentar

  1. Elektrisch hergestellter Wasserstoff gehört damit zu den E Fuels.
    Aus überschüssiger regenerativer Energie hergestellt könnte Wasserstoff als Energiespeicher genutzt werden. Als Kraftstoff im Auto ist er weniger geeignet, weil schlecht zu speichern. Kryotanks hat BMW in den 80er Jahren ausprobiert, hat sich ncht durchgesetzt. In Druckflaschen ist der Tank schwer und nicht genügend gross. Die Einspritztechnik wird beherrscht, ist aber teurer als bei Benzin oder Diesel. Wasserstoff für Brennstoffzellen haben das gleiche Problem, die Komponenten sind teuer.

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