Windenergie

Photovoltaik

6.3.2020

Photovoltaik: Nachhaltige Energie braucht eine nachhaltige Veränderung der Spielregeln

Bürokratie frisst Förderbetrag und kostet weitere Einnahmen

Wir fordern: Vereinfachung der Formalitäten, Grenzwerte, Abläufe und Abbau der Bürokratie bei Einsatz der Photovoltaik.

Wir alle wissen, dass die Umstellung auf ein dezentrales System mit 100% ERNEUERBARE ENERGIE vorankommen muss und das alte, zentrale Energiesystem an seine Grenzen stößt.

Nur sind die bestehenden Gesetze, Formulare, Verordnungen und behördliche Abwicklungen so komplex, ja kompliziert, dass sie heute einfach nicht mehr in die Zeit des Klimawandels passen und die CO².Minderung gerade im Hausbereich behindern.

Wir wollen dieses System hinterfragen und an die Realität anpassen.

Wie kann es denn sein, dass ein Endkunde, der eine PV Anlage mit Speicher installieren möchte, wochenlang auf die Zusage von Fördergeldern warten muss, dann noch monatelang auf die Speicherlieferung wartet, um dann in 20 Jahren Laufzeit der Anlage durch Reduzierung der Einspeisung das gesamte Fördergeld wieder zu verlieren?

Beispiel:

Ein Kunde möchte eine PV Anlage mit 9,90 kWp und einen Speicher mit 10,0 kWh netto in Bayern kaufen. Eine solche Anlage kostet den Endverbraucher ca. 26.000 € netto + MwSt.

Dafür bekommt er 1.100 Euro Fördergeld.

ABER der Ablauf ist sehr umfangreich:

Erst muss der Antrag online erstellt werden, dann per Post innerhalb von 8 Wochen an das Staatsministerium in München zugesendet werden.

Dann wird die Zusage schriftlich erteilt, was mehrere Wochen dauern kann.

Mit dieser Zusage darf dann der Auftrag an den Fachbetrieb erteilt werden. Lieferzeit durch China in den meisten Fällen größer 3 Monate.

Der Kunde bekommt die Lieferung und Montage, dann muss ein zweiter Antrag auf Auszahlung der Fördergelder schriftlich gestellt werden.

Das alles MUSS innerhalb von 9 Monaten nach Antrag über die Bühne gegangen sein.

Dann muss der Wechselrichter die Einspeisung in das Netz auf 50% begrenzen.

(Bis 30 kWp kann der Kunde wählen, ob ein Rundsteuerempfänger die Anlage bei Bedarf runterregelt oder ob dauerhaft die Einspeisung in das Netz auf 70% am Wechselrichter eingestellt wird).

Bei rund 10.000 kWh Stromerzeugung und einer theoretisch möglichen Einspeisung mit rund 4.000 kWh pro Jahr und einer Inbetriebnahme April 2020 (0,0944 Euro pro kWh) ergibt sich folgendes Bild:

4.000 kWh x 0,0944 Euro = 377,60 Euro, die der Kunde bekommen könnte. ABER der Wechselrichter muss das auf 50% Netzeinspeisung begrenzen, also nur 188,8 Euro pro Jahr Einnahmen aus der Vergütung, mal 20 Jahre = 3.776 Euro weniger Vergütung. Dafür wurden 1.100 Euro Fördergeld mit viel Aufwand und Bürokratie abgeschöpft.

Das ist ein Beispiel, das je nach Verbrauch des Kunden, der Erzeugung der Anlage und Nutzung des Speichers abweichen kann.

In anderen Bundesländern gibt es andere Fördergelder, wo diese Förderung durchaus sinnvoll und wirtschaftlich sein kann.

Warum soll ich eine Förderung überhaupt in Anspruch nehmen, was soll dabei sinnvoll sein?

Beratungsfehler, Missverständnisse und verärgerte Endkunden sind fast schon vorprogrammiert.

Es gibt sechs Grenzen bei den kWp Nennleistungen (10 / 30 / 40 / 100 / 135 und 740 kWp).

Verschiedene Einspeisevergütungen und Regeln in der Abwicklung einer PV Anlage machen eine Berechnung der Wirtschaftlichkeit aufwändig und eine fehlerfreie Beratung seitens der Fachbetriebe gegenüber den Endkunden sehr komplex.

Produktionen und Zulieferer sind seit Jahren in China angesiedelt, JETZT merken wir durch das Corona Virus die Globalisierung und die Folgen, nämlich lange Lieferzeiten, enttäuschte Kunden und viele Ausweichbestellungen von Produkten, die der Kunde eigentlich gar nicht braucht, die aber schneller lieferbar sind mit unvorhersehbaren Folgen…

Warum machen wir nicht Deutschland und Europa wieder interessanter für die Produzenten?

Dies geht zu jeder Zeit, wir müssen es nur wollen.

Warum werden nicht PV Anlagen von deutschen Herstellern mit weiteren Fördergeldern unterstützt? Der Anreiz für das Stabilisieren der Stromnetze ist klar, nur jede PV Anlage bringt uns schneller von den fossilen Brennstoffen weg.

Wenn eine PV Anlage älter als 365 Tage ist, gilt diese als Bestand. Wer dann erst einen Speicher nachrüstet, kann die 19% MWST nicht mehr beim FA geltend machen und erhält keine Speicherförderung mehr. Warum nehmen wir den Bürgern auch diese Wahlmöglichkeit noch mit der Nachrüstung von Speichern zu warten?

Warum überhaupt solche Einschränkungen?

Heute sind PV Fachleute nicht mehr nur mit der Technik gefordert, sondern koordinieren immer mehr Themen, die in die Fachbereiche von Steuerberatern und Rechtsanwälten fallen.

Ist die Branche dieser Herausforderung wirklich gewachsen?

Mit der erwarteten Nachfrage wird die gesamte Branche nicht Schritt halten können, die Energiewende wird durch diesen Engpass massiv ausgebremst. Der Fachkräftemangel ist da!

Können wir uns das nun auch noch leisten?

Von hochgiftigen Schwermetallen wie Nickel und Mangan oder auch Cobalt als verwendete Speicherkomponenten spricht heute fast keiner. Wie sehen aber die zukünftigen Entsorgungswege aus?

Die meisten Speicherkomponenten werden am Ende der Lebensdauer einfach verbrannt, man nennt das „thermisches Recycling“. Einfach gesagt: Müllverbrennung.

Kinderarbeit bei der Gewinnung, brennbare und explosionsfähige chemische Mischungen bei Heimspeichern zu verwenden, stößt an moralische Grenzen, die man hinterfragen sollte.

Jedes Produkt hat ein Preisschild, wer aber trägt die Kosten, die erst erkennbar werden, wenn man hinter die Kulissen blicken will und das dann auch macht?

Warum werden giftige und nicht umweltverträgliche Materialien vom Staat überhaupt noch gefördert?

Warum fördert der Staat nicht ausschließlich die nachhaltigen, regionalen und frei von Giftstoffen entwickelten Produkte?

Unser politisches Fazit, unsere politischen Forderungen als FREIE WÄHLER:

  • Entrümpelung der bestehenden Gesetze und Verordnungen.
  • Abbau der bürokratischen Hemmnisse
  • Beschleunigung und Entschlackung der Förderprocederes
  • Wegfall der Zahlung der EEG-Umlage bei Rückeinspeisung
  • Abschaffung der Bagatellgrenze von 10,0 kWp Nennleistung
  • Weg mit dem Einfluss der Stromlobby

Weil es Sinn macht, das RICHTIGE auch EINFACH zu machen.

Ihr

Ralf Wendel