Corona- dramatische Auswirkungen in vielen Ländern

28.4.2020

Corona – dramatische Auswirkungen in vielen Ländern

Zum heutigen Zeitpunkt sind die Auswirkungen der Corona Krise noch nicht annähernd abzuschätzen. Aber schon heute ist klar: sowohl das menschliche Leiden als auch die wirtschaftlichen Schäden werden enorm sein.

Es ist jedoch bereits heute dringend geboten, dass sich Experten und Politiker hinterfragen, was in den letzten Monaten und Jahren falsch gelaufen ist. Das gilt insbesondere für die gesamte westliche Welt. Dabei muss auch die Rolle der WHO objektiv hinterfragt werden.

Mit diesem Beitrag soll hierzu ein Denkanstoß gegeben werden. Man muss dafür zunächst an die SARS Pandemie 2002/2003 erinnern. Auch diese Pandemie ging von China aus und hat vor allem im asiatischen Raum viele Menschenleben gekostet. In der westlichen Welt hatte vor allem auch Kanada mit 43 Toten viel Leid zu beklagen. Insgesamt gab es laut Wikipedia 774 Tote weltweit. Diese Zahlen werden leider vom aktuellen Corona Virus schon jetzt bei weitem übertroffen.

Wenn man sich nun die aktuellen Zahlen von Erkrankten und Toten ansieht, kann man aber eines sofort erkennen. Lediglich die asiatischen Nachbarländer von China haben ernsthafte Konsequenzen aus der SARS Krise gezogen.

Land Einwohner

[ca. Millionen]

Infektionen Tote
Deutschland 83 156.513 5.877
Frankreich 67 161.665 22.648
Großbritannien 66 149.569 20.381
Italien 60 195.351 26.384
Österreich 8,9 15.225 542
Spanien 47 223.759 22.902
USA 328 939.249 53.934
China 1.400 83.909 4.636
Südkorea 52 10.728 242
Taiwan 24 429 6

Quellen: Johns Hopkins University, 26.04.2020, 15:30 Uhr und Wikipedia

Die in der SARS Krise stark betroffenen asiatischen Länder haben teilweise schon im Januar 2020 drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona Pandemie in ihren Ländern ergriffen. So setzte z.B. Taiwan mit Beginn der Covid-19 Pandemie auf Frühprävention: Ausländer mussten bei der Ankunft in dem Land den Verlauf ihrer Reise nachweisen. Möglich ist dies unter anderem mit einer Smartphone-App. Chinesischen Staatsangehörigen wurde sehr bald die Einreise untersagt. Am deutlichsten ist bei Südkorea und Taiwan erkennbar, wie schnelle Maßnahmen die Pandemien in engen Grenzen halten konnten und so drastische Einschnitte in die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben wie in Europa oder den USA vermieden werden konnten.

In der gesamten westlichen Welt hat man scheinbar aus der SARS Krise keinerlei Lehren gezogen. Es bleibt zu hoffen, dass die nun sehr schmerzhaften Probleme in vielen Teilen der Welt zu einer anderen Betrachtung dieser Problematik führen. Auf der einen Seite müssen die Ursachen solcher Pandemien besser untersucht werden. Für einen Laien ist es schon merkwürdig, dass die Ursache beider Pandemien scheinbar in China lag. Ist das wirklich ein Zufall?

Auf der anderen Seite müssen sich alle Staaten besser auf solche Ausbrüche vorbereiten und schneller und koordinierter Abwehrmaßnahmen ergreifen. Dabei muss auch die Rolle der WHO betrachtet werden. Z.B. wurden in der jetzigen Corona Pandemie die weltweiten Reisebeschränkungen viel zu spät ergriffen. Aber auch die EU Kommission war in Bezug auf die Koordination ein Totalausfall.

Um konkret auf Deutschland zu kommen, sei daran erinnert, dass in der Folge der SARS Pandemie 2002/2003 ein nationaler Pandemieplan entwickelt wurde. Eine erste Fassung gab es 2005. Dann wurde immer mal darüber beraten und 2017 gab es nochmal eine Aktualisierung.

Es hat sich aber leider gezeigt, dass selbst die einfachsten Maßnahmen, wie die Lagerung ausreichender Mengen an Schutzausrüstungen, in Deutschland nicht umgesetzt wurden. Dass Schutzkleidung oder Mundschutzmasken in den ersten Wochen selbst in Kliniken Mangelware waren und heute noch in Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege eklatante Knappheit bei diesen Artikeln herrscht, ist ein Skandal und schlichtweg das Versagen der politisch Verantwortlichen in Deutschland.

Bezeichnend ist auch der Schlingerkurs von Herrn Spahn. Noch am 28.01.2020 hat er zur Gelassenheit gemahnt. Auch haben er und andere Politiker sich lange Zeit gegen das Tragen einfacher Mundschutzmasken ausgesprochen. Wahrscheinlich weil man sich bewusst war, dass viel zu wenig Mundschutzartikel in Deutschland verfügbar waren. So haben unsere Volksvertreter wochenlang behauptet, dass einfache Mundschutzmasken nichts bringen oder sogar kontraproduktiv seien. Interessant ist, dass in Jena nach der Einführung der Pflicht zum Tragen von Mundschutzmasken im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften die Zahl der neuen Infektionen sehr deutlich zurückgegangen ist.

Nach anfänglichem Zögern hat die WHO am 30.01.2020 die internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen und das Risiko als sehr hoch eingeschätzt. Aber durch die Leichtfertigkeit oder Ahnungslosigkeit führender Politiker konnte es dazu kommen, dass im Februar und
Anfang März 2020 noch Karneval / Fasnacht und Starkbierfest gefeiert wurden und damit die Ausbreitung von Covid-19 in Deutschland forciert wurde. Auch als in Asien die Flugverbindungen von und nach China bereits drastisch eingeschränkt waren und alle Einreisenden überwacht wurden, gab es in Deutschland und in der gesamten westlichen Welt keinerlei Schutzmaßnahmen. Einreisende aus China wurden nicht auf ihren Gesundheitszustand überprüft und es gab auch keine Quarantäne für Einreisende.

Erst als dann die Infektionszahlen in Europa steil anstiegen, wurde endlich reagiert. Mit sehr tiefgreifenden Maßnahmen, wie wir alle wissen. Ein früheres konsequenteres Gegensteuern und Überwachen des Reiseverkehrs mit China hätte vermutlich die große Ansteckungswelle in der westlichen Welt ausbremsen können. Dass das möglich gewesen wäre, zeigen die Infektionszahlen und die Anzahl der Verstorbenen in Südkorea oder Taiwan.

Wie soll es weitergehen?

Wir von den FREIEN WÄHLERN fordern:

  • In den letzten 15 Jahren wurde das Gesundheitswesen systematisch zurückgebaut. Die Landarztpraxen werden nach dem Ruhestand der alten Landärzte nicht wiederbesetzt. Und viele Ärzte gehen in den nächsten Jahren in Pension. Das muss sich ändern!
  • Die Schließung kleinerer Krankenhäuser muss überprüft werden. Es muss auch zukünftig eine flächendeckende Versorgung mit gut funktionierenden Krankenhäusern und Arztpraxen gewährleistet werden.
  • Viele kleine Kliniken und Krankenhäuser sind wegen „Unwirtschaftlichkeit“ geschlossen worden. Das muss aufhören! Wir brauchen eine bessere, flächendeckende Gesundheitsversorgung. Dazu leisten auch kleinere Krankenhäuser einen wichtigen Beitrag.
  • Das Gesundheitswesen muss wieder als Daseinsvorsorge für die ganze Bevölkerung verstanden werden und nicht als reiner Wirtschaftsbetrieb mit Profitinteressen einzelner Unternehmen.
  • Das gilt auch für die Pflegeeinrichtungen sowie die ambulante Pflege. Es fehlen 120.000 Pflegekräfte. Die Pflegeberufe müssen besser bezahlt und humanere Arbeitszeiten eingeführt werden.
  • Wohin das einseitige Betrachten des Gesundheitswesens unter rein wirtschaftlichen Aspekten führt, zeigt sich leider schmerzhaft gerade in der Corona Krise in Ländern wie Italien, Großbritannien oder den USA. Dort sind die Einsparungen im öffentlichen Gesundheitswesen scheinbar noch weiter fortgeschritten, sodass manche Bereiche nicht mehr ausreichend leistungsfähig sind.
  • Darüber hinaus muss die ungebremste Globalisierung dringend hinterfragt werden:
    • Wichtige Medikamente müssen in Deutschland oder europäischen Nachbarländern produziert werden. Einseitige Lieferabhängigkeiten wie aus China müssen untersagt werden.
    • Das gilt auch für die Herstellung und Lieferung von medizinischem Zubehör wie Atemschutzmasken. OP-Handschuhen und Beatmungsgeräten.
    • Diese Waren müssen in Deutschland bzw. Europa produziert und geliefert werden.
  • Pandemiepläne sind nicht für die Schublade erstellt worden. Sie müssen ernst genommen werden und entsprechende Maßnahmen dringend umgesetzt werden. So ist z.B. eine ausreichende Bevorratung von Schutzausrüstung notwendig.
  • Die Parteien im Bundestag und die Bundesregierung tun NICHTS! Wir fordern deshalb alle politisch Beteiligten auf, die vorgenannten Punkte endlich anzugehen.

Für weiterführende Informationen sei auf diese interessanten Beiträge verwiesen:

https://www.deutschlandfunk.de/corona-politik-kampf-gegen-hausgemachte-probleme.720.de.html?dram:article_id=473579

https://www.suedkurier.de/digitale-zeitung/epa12866,73533

https://www.heise.de/ct/artikel/Ein-Reisebericht-aus-Taiwan-in-Corona-Zeiten-4692414.html

https://www.cicero.de/aussenpolitik/kampf-corona-pandemie-taiwan-china