Wasserkraft

Wasserkraft als Teil der Energieversorgung

Wasserkraft als Teil der Energieversorgung 31.1.2020

Schon seit Menschengedenken wird die Wasserkraft genutzt, um Dinge zu bewegen. Weltweit beträgt der Anteil wohl 16%, mehr als Atomkraft (Umweltbundesamt). Der Wermutstropfen ist, dass für Wasserkraft schlicht Gefälle und Staudämme gebraucht wird. Da haben wir in Deutschland nicht gar so viel, aber immerhin haben wir rund 7.600 überwiegend kleinere Anlagen im Betrieb. Damit hat Deutschland rund 80% des Möglichen bereits ausgeschöpft wie man beim Umweltbundesamt nachlesen kann. Leider schwankt der Wasserstand im Verlauf eines Jahres – und zuletzt auch mehr infolge des Klimawandels. Die Anlagen können bei Niedrigwasser nicht arbeiten. Bei Hochwasser müssen sie abgeschaltet werden, sonst würde das mitgeführte Gestein die Schaufeln beschädigen.

Ärgerlich ist, dass ausgerechnet der Klimawandel die Wasserkraft zunehmend unplanbarer macht. Das ist aber für eine technisierte Welt, wie wir sie kennen, eine Grundvoraussetzung.

Deshalb ist der Jahresertrag bei etwa 18 – 22 TWh (1 TWh ist immerhin 1 Milliarde kWh). Insofern werden wir mit diesem Energieträger nur etwa 3-4% dessen produzieren können, was wir alljährlich verbrauchen.

Ist Wasserkraft also der falsche Weg?

Nein, Wasserkraft ist wichtig und absolut umweltfreundlich. Eine Lösung wird sein, mehr Pumpspeicherkraftwerke zu bauen. Das würde massiv helfen, die Tagesspitzen wegzunehmen. Hier liegt eine der großen Herausforderungen an die Technik.

Wenn wir es schaffen 24 Stunden täglich eine gleichmäßige Stromproduktion hinzubekommen, dann wären wir einen großen Schritt weiter. Das ist die Kernidee des intelligenten Stromnetzes: Tagsüber aus geeigneten Speichern Strom abzapfen, der nachts dort eingespeichert wird. Das alles miteinander verknüpft, dann – nur dann – können wir etliche Kraftwerke tatsächlich abschalten.

Hierzu brauchen wir Mut und Ideen. Auch hier wären Entscheidungen nötig, die wie immer nicht allen gefallen. Wie immer bliebt die Frage: welches Ziel wollen wir denn erreichen? Von alleine wird sich da nichts tun.

Gez. Klaus Wirthwein